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Pressemitteilung, 28. Februar 2013

Wolfgang Herrnleben erhält Bundesverdienstmedaille

Bundespräsident Joachim Gauck ehrt Puppenspieler und Autor für jahrzehntelanges, kulturelles Engagement
Am 28. Februar erhielt Wolfgang Herrnleben, deutschlandweit bekannt als langjähriger Leiter der gleichnamigen Puppenbühne Herrnleben, aus den Händen des Garmischer Landrates die Bundesverdienstmedaille. Stellvertretend auch für seine vor einigen Monaten verstorbene Frau Elisabeth wird er damit für sein kulturelles Engagement geehrt, das ihm bundesweit seit über 40 Jahren als Autor, Puppenspieler, Dozent für Puppentheater, vor allem aber als Darsteller des „Bamberger Kasperls“ bekannt und beliebt gemacht hat.


Die Puppenbühne Herrnleben wurde 1945 von Hans und Ottilie Herrnleben gegründet. Deren Enkel, der 1957 geborene Wolfgang Herrnleben, übernahm bereits 1972 die organisatorische Leitung des inzwischen gewachsenen Familienbetriebs und prägt seit vier Jahrzehnten die Kinderkultur Deutschlands. Während ihn das Publikum immer noch vor allem als Darsteller des „Bamberger Kasperls“ kennt, war er bereits in jungen Jahren als Multiinstrumentalist für die musikalische Ausgestaltung der Inszenierungen seines Großvaters zuständig. Kurze Zeit später schrieb er bereits die ersten Abenteuer und Märchen für den „Bamberger Kasperl“, den er ab 1979 bis 2006 darstellte. Er leitete die Bamberger Puppenbühne nach dem Tod von Hans Herrnleben zunächst mit seinem Bruder Dietmar, später mit seiner Frau Elisabeth, die er als VHS-Dozent für Puppentheater in einem seiner Kurse kennenlernte. Mit ihr zusammen verfasste er ab den späten 80er Jahren fast 800 Hörspielgeschichten für den berühmten Bamberger Holzkopf, die anfangs im Lokalradio ausgestrahlt und inzwischen auf sieben Tonträgern veröffentlicht wurden. 1993 schaffte der Familienbetrieb den Sprung ins Profigeschäft. Wolfgang und Elisabeth Herrnleben, inzwischen „verstärkt“ durch ihre beiden Söhne Florian und Martin, tourten in den darauffolgenden Jahren für Antenne Bayern durch den Freistaat, traten bei den Medientagen in München und sogar im Olympiapark für den Bayerischen Rundfunk auf und hatten zahlreiche Fernsehauftritte. Auf der internationalen Spielwarenmesse vertraten sie mit eigens verfassten Abenteuern die italienische Plüschtiermarke TRUDI. Spätestens ab Mitte der 90er Jahre gehörte die Puppenspielerfamilie Herrnleben mit ihrer Gallionsfigur, dem „Bamberger Kasperl“, immer dargestellt von Wolfgang Herrnleben, zu den gefragtesten Puppentheatern Deutschlands. Seit dieser Zeit „trainierte“ Wolfgang Herrnleben auch seinen Sohn Florian als Puppenspieler, aber vor allem als Darsteller des Protagonisten der Puppenbühne, denn er wollte natürlich nicht, dass die Familientradition mit seiner
Generation endet. Und so konnte sein ältester Sohn bereits in jungen Jahren häufig als „Kasperl-Double“ auftreten, so dass es reibungs- und lückenlos weitergehen konnte, als Wolfgang Herrnleben 2006 aus gesundheitlichen Gründen gezwungen war, eine Pause einzulegen. Er zog mit seiner Frau in seine Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen. Die Leitung der Bamberger Bühne hatten beide inzwischen zwar an ihren Sohn Florian übergeben, doch konnte Wolfgang Herrnleben auch im Werdenfelser Land nicht von der Puppenspielerei lassen. Und so entschied er sich bereits 2007 zur Gründung einer weiteren Puppenbühne. Als „Partenkirchner Kasperl“ wurde er schnell auch im Oberland bekannt und erfreute bis zum plötzlichen Tod seiner Frau im Oktober 2011 wöchentlich die Kinder in Garmisch-Partenkirchen. Auch als Autor von Kinder- und Kasperlgeschichten war er zusammen mit seiner Frau weiterhin tätig und schrieb unter anderem Umweltgeschichten mit dem „Bamberger Kasperl“ für das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.
In Anwesenheit des Garmischer Bürgermeisters Thomas Schmid, seines Sohnes Florian Herrnleben, einigen Verwandten und Freunden erhielt Wolfgang Herrnleben in Garmisch-Partenkirchen, überreicht durch Landrat Harald Kühn, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seinen Einsatz und sein Engagement für Kindertheater, als Autor und Puppenspieler.

v.l.: Friedrich Schmitt, Caroline Enssle, Bürgermeister Thomas Schmid, Wolfgang Herrnleben, Josef Locher, Harald Kühn, Florian Herrnleben

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