die Großmutter: „Du, Großmutti, sag mal, was ist denn da auf dem Marktplatz los?“ Großmutter erklärt dem Seppl: „Na, Seppl, es ist doch wieder zwei Wochen lang Frühlingsmarkt!“ Seppl versucht zwischen den vielen Menschen hindurch einen Blick auf die Stände zu erhaschen, um zu sehen, was die Händler so alles anbieten. Begeistert stellt er fest, dass es auf diesem Markt ja nicht nur Gemüse, sondern viele andere tolle Sachen gibt. Großmutti weiß, dass man auf dem Markt viele Dinge kaufen kann, die man oft das ganze Jahr vergeblich sucht. Zudem sind sie manchmal auch viel billiger, als sonst im Laden. Da die Großmutti hofft, irgendwo etwas zu einem Schnäppchenpreis zu bekommen, schlägt sie den beiden Burschen vor, einfach einmal durch den Markt zu laufen.
Kasperl interessiert sich am allermeisten für den „Billigen Jakob“ und möchte ihm am liebsten eine Zeitlang zuhören. Seine lustigen Sprüche gefallen dem Kasperl nämlich immer am besten von allem. Seppl hingegeben will sich bei den Buden mit den Spielsachen angucken. – Ja, was soll Großmutter nun machen? – Sie will sehen, ob sie einen schönen Milchtopf findet, denn sie braucht dringend einen neuen. Natürlich kennt sie Kasperl und Seppl und weiß, dass sie dafür nicht die nötige Geduld haben. Wie soll sie sich da in Ruhe bei den Haushaltswarenhändler umsehen, wenn die beiden Kinder dauernd quengeln und nerven. – Da kommt ihr eine Idee! – „Passt mal auf“, sagt sie zu Kasperl und Seppl, „und hört gut zu! Jeder von Euch darf sich das ansehen, was ihn interessiert und in einer Stunde treffen wir uns dann alle Drei am Marktbrunnen wieder!“ – Damit sind die Beiden natürlich sehr einverstanden. – Kasperl macht sich gleich auf die Suche nach dem Standplatz vom „Billigen Jakob“, Seppl hat schon eine Spielzeugbude gesichtet und Großmutti kann nun ungestört nach einem neuen Milchtopf Ausschau halten! –
Seppls Augen werden immer größer, als er vor dem vielen Spielzeug steht! – „Ui, was es da alles gibt! – Bagger, Autos, Flieger und Musikinstrumente für Kinder aus Plastik!“ Ja, das wäre doch was für ihn! Eine Plastiktrompete wollte er immer schon einmal gerne haben! – Er kramt in seiner Hosentasche und sucht alles Geld zusammen, was er darin findet. Er zählt nach – und – dann strahlt er über das ganze Gesicht! – Sein Geld reicht für die Trompete! – Hurra! – Zielstrebig kauft er sich das Instrument und bläst so fest, dass sein Tuten weit zu hören ist. – In diesem Moment kommt die Großmutti zufällig an der Spielzeugbude vorbei und was muss sie zur ihrem Entsetzen feststellen: Das nervige Trompetentröten, dass man fast über den ganzen Markt hören kann, verursacht ausgerechnet der Seppl! – Sie nimmt ihm die Trompete ab und fragt ihn, ob er denn sein Taschengeld unbedingt für so ein dummes Zeug ausgeben musste. Seppl ist aber ganz stolz auf sein eigenes Musikinstrument. Großmutti findet aber, dass es doch nicht unbedingt so ein Krachinstrument sein muss! – Seppl macht schon so genug Radau zuhause und strapaziert ihre Nerven. Deshalb bittet sie ihn, die Trompete wieder umzutauschen. Daheim will sie das Ding nicht sehen, denn Seppl ist schon ohne diese Trompete eine riesige Nervensäge! – Enttäuscht darüber steht er nun wieder vor der großen Auswahl an Plastikmusikinstrumenten und überlegt, gegen was er die Trompete umtauschen soll! –
Da taucht neben ihm plötzlich die Krempelhexe auf und will wissen, warum er denn so traurig dreinschaut. – Seppl jammert ihr vor, dass er so gerne diese Trompete behalten würde. Aber die Großmutti will, dass er sie wieder umtauscht, weil er sie sonst damit nervt. – Die Krempelhexe kann nur darüber lachen, denn ihr macht es immer besondere Freude, wenn sich Kinder Sachen kaufen, mit denen Sie Eltern und Großeltern auf die Nerven gehen. – Seppl würde ja gerne etwas anderes anstelle der Trompete kaufen, doch da müsste er überall draufzahlen. Dafür reicht leider sein Taschengeld nicht! – Die Krempelhexe fragt ihn, was er denn sonst gerne hätte. Seppl antwortet ihr mit sehnsuchtsvollem Ton: „Na, hier, diese Blechdinger, die man so gegeneinander patschen kann!“ Da muss die Krempelhexe noch mehr lachen, denn diese beiden Becken machen noch mehr Krach als die Trompete und gehen der Großmutti bestimmt noch mehr auf die Nerven. „Hihihihi, du scheinst ja wirklich eine große Nervensäge zu sein! – Komm, ich kauf dir diese Becken!“ – Sie schenkt sie dem Seppl, der sofort anfängt, die Becken gegeneinander zu schlagen. – Das gefällt dem Seppl und der Krempelhexe noch mehr. Sie kann nur heimtückisch über den Seppl lachen und beschließt, ihn in ein Klapperäffchen zu verwandeln. Sie fuchtelt mit ihrem Hexenbesen und spricht ihren Hexenspruch:
„Krimpel-Krampel-Krempel fein,
Seppl soll ein Klapperaffe sein!“
Es wird kurz dunkel, blitzt, zischt und in einer dicken Rauchwolke hat sich der Seppl in ein kleines Klapperäffchen verwandelt, welches auf dem Verkaufstisch herumhüpft und die blechernen Becken gegeneinander schlägt, bis die Feder abgelaufen ist. Sie lacht noch einmal über ihren gelungenen Streich und verrät dem Seppl, das er erst dann wieder aus seinem Affenleben erlöst wird, wenn ihn jemand als Klapperäffchen kauft und die Feder neu aufzieht. Dann ist sie plötzlich wieder genau so schnell verschwunden, wie sie erschienen ist.
Kasperl und Großmutter sind inzwischen schon beim ausgemachten Treffpunkt am Brunnen angekommen. – Wer fehlt aber noch? – Natürlich der Seppl! – Großmutter vermutet, dass er noch an der Spielzeugbude ist, an dem sie ihn vorhin getroffen hat. Sie beschließen, Seppl dort abzuholen. Großmutter meint, dass sie dort vielleicht auch gleich ein passendes Geburtstagsgeschenk für die kleine Geli kaufen können. Doch Seppl ist nirgends zu sehen. Großmutter schätzt, dass er wohl beleidigt ist, weil er sich die Trompete nicht kaufen durfte. Kasperl hat sich inzwischen schon umgesehen und zeigt der Großmutti das kleine, lustige Klapperäffchen. Er ist sich sicher, dass sich die kleine Geli bestimmt darüber freut. Der Großmutter gefällt das Äffchen auch und kauft es! Kasperl will es aber sicherheitshalber gleich hier ausprobieren. Großmutter bittet Kasperl, die Feder im Äffchen bloß nicht aufzuziehen, denn das Geklappere vertragen ihre Nerven nicht. Doch Kasperl muss doch wissen, ob es auch wirklich funktioniert, sonst hat die kleine Geli doch keine Freude an ihrem Klapperäffchen. Also testet es Kasperle und gleich nach er die Feder gespannt hat, fängt das Äffchen wild an, die Becken gegeneinander zu patschen! – Auf einmal wird es dunkel! Es blitzt, zischt und raucht. Das kleine Klapperäffchen hat sich wieder in den Seppl zurück verwandelt. Dieser steht nun vor ihnen und klappert weiter mit den Becken. Dabei sagt er freudig: „Danke, Kasperl! Das war eine gute Idee von dir, mich aufzuziehen, hoho. Sonst hätte ich nämlich immer so ein Klapperäffchen bleiben müssen!“
Großmutter hält sich die Ohren zu und sagt laut: „Seppl, bitte hör doch mit dem Geklapper auf! Du alte Nervensäge!“ – Seppl folgt der Großmutter sofort, denn er hat Angst, dass ihn die Krempelhexe wieder zum Klapperäffchen verwandelt. Großmutter bittet Seppl, die Becken wieder zurück zu geben. Dafür darf er sich in einem Musikgeschäft ein richtiges Musikinstrument aussuchen. Sie will es ihm gerne zum Geburtstag schenken, wenn er es auch wirklich lernen will und fleißig übt. - Aber kein Schlagzeug! – Also machen sie sich gleich auf den Weg zum Musikgeschäft. Kasperl schlägt vor, dort für die kleine Geli auch ein Glockenspiel und ein Notenheft zu kaufen. Dann kann sie darauf schöne Kinderlieder spielen.
Ihr, liebe Kinder spielt vielleicht auch ein Musikinstrument. Hähä, dann könnt Ihr Euch jeden Abend Euer Gute-Nacht-Lied selber spielen.
Wenn Ihr danach schön geschlafen habt und fit seid, dann macht auch einmal einen Ausflug zu einem Frühlingsmarkt, wo es vieles zum Essen, Spielen, Anziehen und für die Küche gibt.
Euer Bamberger Kasperl und die Puppenbühne Herrnleben wünschen Euch eine gute Nacht!
Wolfgang Herrnleben (GaPa, 2010)






