a, wie geht’s euch, meine Hühner und dir, meinem Gockelhahn?“, begrüßt Großmutti ihre rot-braunen und weißen Hühner sowie den bunten Gockel im Hühnerstall. Dabei macht sie die Stalltüre weit auf, damit sie alle in den Garten laufen können.Wie ihr euch natürlich denken könnt, wird Großmutti mit ihrem Körbchen voll leckerer Körner, aufgeregt von der Hühnerschar empfangen. Mit lautem Gegackere und Gekrähe machen sich schon einige über die ausgestreuten Körner her, andere haben es eilig und schlüpfen an Großmutti vorbei in den sonnigen Garten.„Na mal schauen“, murmelt Großmutti, „wie fleißig ihr heute schon gewesen seid?“Dabei geht sie von einem zum anderen Nest im Stall und sammelt die weißen und braunen Eier in ihr leeres Körbchen. Sie zählt leise mit: „Eins – zwei – drei – vier …………..14 Stück habt ihr mir heute gelegt. Da wird sich der Osterhase aber freuen.“Ihr müsst wissen, liebe Kinder, jedes Jahr, ein paar Wochen vor Ostern, macht der Osterhase täglich seinen Rundgang und sammelt bei glücklichen Hühnern die frisch gelegten Eier ein, damit sie seine Gehilfen bis zum Ostersonntag kochen und schön bemalen können.So kommt er natürlich auch jeden Tag zur Großmutti und holt mit seinem kleinen Schubkarren die frischen Eier ab.Nur heuer, war der Osterhase noch nicht zu Großmutti’s Hühnerstall gekommen.„Es wird ihm doch nichts passiert sein?“, denkt Großmutti und geht nachdenklich zum Haus zurück. In diesem Moment kommt Kasperl aus der Haustüre und wundert sich, warum Großmutti so ein ernstes Gesicht macht.„Hähä“ lacht er, „Großmutti, was hast du denn? Haben die Hühner zu wenig Eier gelegt?“„Nein, nein, Kasperl, sie waren sehr fleißig und haben 14 Eier gelegt. Aber der Osterhase macht mir Sorgen!“„Der Osterhase?“ fragt Kasperl nach, dabei nimmt er Großmutti das Eierkörbchen aus den Händen. „Wieso denn? Holt er denn nicht täglich die frischen Eier ab?“„Nein, Kasperl, bis jetzt noch nicht und es ist doch nicht mehr lange hin bis zum Ostersonntag“, meint Großmutti.„Da hast du recht, Großmutti, am Ende wird er nicht rechtzeitig fertig und wir bekommen keine bunten Ostereier von ihm versteckt. Weißt du was, Großmutti, ich werde den Osterhasen jetzt gleich in seinem Hasenreich besuchen und nachsehen, was mit ihm los ist!“Kasperl ist schon ganz aufgeregt, denn er ist sich sicher, da muss etwas passiert sein. Die letzten Jahre ist der Osterhase schon etliche Wochen vor dem Osterfest täglich mit seinem Schubkarren zum Eier holen bei Großmutti vorbeigekommen.„Ist recht Kasperl, dann kannst du ihm ja gleich die Eier von heute im Körbchen mitbringen. Aber pass gut auf, dass die keine zerbrechen, sonst gibt’s heute Abend Rühreier!“, verabschiedet Großmutti Kasperle.„Dann bis später, Großmutti!“, ruft Kasperle und schon ist er mit dem Eierkorb in der einen Hand zum Gartentor hinaus, Richtung Wald.Kasperl weiß natürlich ganz genau, wo das Osterhasenreich tief versteckt im dichten Wald zu finden ist. Schon einmal hat er den Osterhasen vor dem bösen Zwerg Graubart beschützen müssen. Damals holte ihn der Osterhase in sein Reich, damit er den Zwerg vertreiben sollte, der dem Osterhasen seine frisch bemalten Eier stibitzen wollte.„So“, denkt Kasperl, „noch schnell durch die Waldlichtung, am kleinen Bach entlang und bei der riesengroßen Tanne ist die Osterhasenhöhle.“Vorsichtig achtet Kasperle dabei auf seinen Weg über Stock, Stein und Wurzeln, damit er auch die frischen Eier unbeschadet bis zum Osterhasen bringt.Doch kurz vor der großen Tanne, hört Kasperle ein Hämmern und Klopfen, das wohl kaum von einem Specht im Wald kommen konnte.„Nanu, was ist das? Kommen die Geräusche aus der Osterhasenhöhle?“, fragt sich Kasperl.Schnell legt er den restlichen Waldweg bis zur Hasenhöhle zurück und ruft hinein: „Hallo Osterhase, hier ist der Kasperl? Was machst du denn für einen Krach?“ Dabei stellt er vorsichtig das Eierkörbchen in die Ecke der Höhle ab.Und da kommen auch schon zwei Gehilfen des Osterhasen angehoppelt. Schlappöhrchen und Pinsele, sind kleine niedliche Osterhasenkinder, die dem Osterhasen beim Herrichten der vielen Nester für die Kinder, zur Hand gehen.Freudig und aufgeregt begrüßen sie Kasperle.„Hallo, Kasperl, mümmel, mümmel, das ist gut, dass du kommst! Mümmel, mümmel, du kannst uns bestimmt helfen!“Kasperl bückt sich runter zu den zwei kleinen Häschen und beschwichtigend redet er auf sie ein. „Hallo Schlappöhrchen und Pinsele, was ist denn los? Warum seid ihr denn so aufgeregt, und wo ist denn der Osterhase?“In diesem Moment tritt der Osterhase aus der hinteren Höhle heraus uns antwortet Kasperle.„Ach Kasperl, mümmel, mümmel, grüß dich, wir können es heuer nicht schaffen, allen Kindern Ostereier ins Nest zu legen, mümmel, mümmel.“„Ja Kasperl, unmöglich, wir haben ja nicht mehr viel Zeit, mümmel, mümmel!“, bestätigt Schlappöhrchen die Worte des Osterhasen.Kasperl aber lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und setzt sich erst einmal auf einen der kleinen Hasenstühle. „Hähä,“ lacht er, „ was ist denn passiert?“Da erzählt Osterhase: „Stell dir vor Kasperl, letzte Woche wollte ich unsere Eiersammelaktion beginnen, mümmel, mümmel, du weißt ja, Kasperl, zu deiner Großmutti, zum königlichen Schlosshühnerstall und zu vielen anderen, von denen wir die Eier zum Kochen und Bemalen bekommen, und da ist es geschehen, mümmel, mümmel!“Jetzt erzählt Pinsele aufgeregt weiter: „Der Osterhase nahm wie immer unsere Schubkarre, um die vielen Eier zu transportieren und lief los, mümmel, mümmel.“Schlappöhrchen hält es jetzt auch nicht mehr aus und berichtet Kasperl weiter.„Mümmel, mümmel, genau, Kasperl, und als der Osterhase so seines Weges lief, hatte doch die böse Hexe Hakennase in den Waldweg tiefe Löcher gehext, mümmel, mümmel…..“Pinsele fällt ihm ins Wort und berichtete weiter: „…….und in so ein Loch fiel der Osterhase mit seiner Schubkarre, mümmel, mümmel.“Kasperle schaut entsetzt den Osterhasen an und fragt ihn: „Hast du dir dabei weh getan, Osterhase?“„Nein, nein, Kasperl.“, beschwichtigt der Osterhase, „Mir ist nichts passiert, aber unsere Schubkarre hat es nicht überlebt!“„Genau, in lauter kaputte Einzelteile hat es sie zerlegt, mümmel, mümmel.“, erzählt Pinsele.„Diese blöde Hexe! Nur, weil sie will, dass das Osterfest für die Kinder ausfallen soll!“, schimpft Schlappöhrchen.„Wir haben ja bis heute noch versucht, die kaputten Teile zusammenzunageln, aber es ist nichts zu machen. Die Schubkarre kann die Eier nicht transportieren! Wir können sie doch nicht einzeln bei allen abholen.“, erklärt traurig der Osterhase.„Hm!“, überlegt Kasperl kurz. „Ah, da fällt mir ein“, und Kasperl lacht dabei verschmitzt, „bei uns im Keller steht eine kleine Holzschubkarre, in welche die Gretel im Frühjahr immer Blumen einpflanzt, die hätte die passende Größe für dich, Osterhase.“ „Hurra, mümmel, mümmel, das wäre ja prima, mümmel, mümmel. Dann könnten wir doch noch überall die Eier abholen, mümmel, mümmel!“, jubeln die drei Osterhasen. Lachend fügt Kasperle hinzu: „Und ihr könnt sie noch rechtzeitig kochen, bemalen und alle Nester der Kinder damit befüllen.“Schnell machen sich daraufhin Pinsele und Schlappöhrchen daran, Kasperls mitgebrachte Eier in die hinteren Räume der Höhle zu tragen und bis morgen haben sie bestimmt damit zu tun, sie zu kochen und bemalen.Kasperle verabschiedet sich vom Osterhasen, um noch schnell auf dem Heimweg die gehexten Löcher der Hexe Hakennase wieder zuzubuddeln.Der Osterhase verspricht, morgen früh als erstes Großmuttis Haus zu besuchen, um dann mit seiner neuen Schubkarre ringsherum die frischen Eier abzuholen.So wird für euch, liebe Kinder, das schöne Osterfest doch nicht ausfallen, denn der Osterhase wird bestimmt bis zum Ostersonntag für jeden von euch ein herrlich gefülltes Osternest verstecken. Vielleicht stellt ihr es euch ja schon einmal vor und träumt davon, wo es der Osterhase verstecken könnte. Die Puppenbühne Herrnleben und das Bamberger Kasperle wünschen Euch deshalb einen schönen Osterhasentraum und eine gute Nacht! © by Elisabeth Herrnleben (2008)






